Coppelius mit Abwärts

Bandname und Albumtitel: Coppelius mit Abwärts

Genre: Heavy Wood (was ich bevorzuge) oder Kammer Metal (was wohl die Band bevorzugt)

Veröffentlichungsdatum und Label: Das Album kam am 27. Januar 2023 über Foxy Records raus. Ja, ich bin etwas spät dran.

Sonstige Veröffentlichungen der Band: Dies ist das siebente Album der Kapelle, dazu kommen noch drei EP’s, die in einer Box zusammengefasst wurden. Damit sind sie auf die gesamte Geschichte der Kapelle, recht träge, da sie schon seit 220 Jahren besteht. Jedoch in den letzten Jahren haben sie wohl den Elan gefunden ihre Werke mittels der Wunder der modernen Technik aufzunehmen.

Wie habe ich die Band kennengelernt: Es war 2008 auf dem Hexentanz Festival. Dort sah ich sie das erste Mal bei einem Auftritt. Die Musik kannte ich noch nicht, nur den Namen von einem Flugblatt. Schon als Bastille, der Diener der fünf Herren, die Bühne für den Auftritt vorbereitete, war ich neugierig. Als dann alle ihre Instrumente aufnahmen und mit der Darbietung begannen, war ich gefesselt. Seit diesem Tag zählen sie zu meinen liebsten Musikern, auch wenn sie mit der Herzmaschine einen Tiefpunkt erreicht haben, aus dem sie das Kammerarchiv nur bedingt herausziehen konnte. Aber kommen wir zu dem nun vorliegenden Werk:

Wie finde ich die Scheibe: Das Album scheint sich wieder mehr am Frühwerk zu orientieren. Es ist eine gute Mischung aus rasanteren, schmissigeren und auch ruhigeren, nachdenklicheren Liedern. Dazu haben sie noch die Originalversionen zweier berühmter Neuaufnahmen hinzugefügt.

Wer diese Kapelle noch nicht kennt, für den sei an dieser Stelle die Besetzung und die Musik erklärt: Die Herren Max Coppella und der verehrte Comte Caspar spielen beide sowohl Klarinetten und das Cembalo, während sie sich nicht auch noch dem Gesang widmen. Seine hochgeboren, Graf Lindorf unterstützt die beiden vorgenannten beim Gesang und spielt dabei noch das Cello. Der Herr Sissy Voss widmet sich gänzlich dem Kontrabass, während Herr Linus von Doppelschlag hinter dem Schlagzeug sitzt. Um weitere Gesangspassagen und die Bedürfnisse dieser Herren kümmert sich Bastille.

Der Titel MEIN GRAB wurde schon zuvor veröffentlicht und hier möchte ich die Herren für die Wahl des Titels kritisieren. Der Text wird aus Sicht einer scheintoten Person erzählt, und mit einem anderen Titel, der nichts mit dem Tod zu tun hat, hätte das Lied eine stärkere Wirkung gehabt. Ähnlich, wenn auch unter anderen Vorzeichen, wie die Geschichte „Lebendig begraben“ des großen Edgar Allan Poe.

I HATE ist ein interessantes Lied. Einerseits ist es düster, zum Titel passend, andererseits aber auch verspielt und stellenweise sogar geeignet einen Rhythmus für die Arbeit vorzugeben. Dazu kommen noch die Klangfarben, sowohl was die Instrumente angeht, als auch die des Gesanges.

In Anlehnung an die Worte des Kanzlers des Klingonischen Reiches und Führer des hohen Rates Gorkon: „Sie werden Shakespeare erst wirklich genießen, wenn sie ihn im klingonischen Original lesen.“, sage ich: „Sie werden manche Lieder erst wirklich genießen, wenn sie sie im coppelianischen Original hören.“ Hier haben sie uns wieder zwei Beispiele, die meine These stützen: BLOODLINE und CHOP SUEY. Diese Stücke kennen Sie, verehrter Leser, von den Kapellen Slayer und System of a Down. Daher bleibt mir zu diesen Lieder nur noch zu sagen, hören Sie sie im Original.

Fazit: Was bleibt eurem ergebenen Rezensenten noch zu sagen, was er nicht oben schon geschrieben hat. Wer, wie ich, eine Schwäche für frühere Zeiten und deren Musik hat, der sollte, wenn er sie noch nicht kennt, sich diese Kapelle und auch das Album unbedingt einmal anhören. Hier findet ihr eine Kostprobe des Schaffens der fünf Herren und ihres beflissenen Dieners:

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