Gründung: 1995
Genre: Black/Dark Metal, öfter auch mit Einflüssen aus dem Death oder Gothic Metal
Diskographie:
1995: Mysterien der Nacht (Demo, Nicht im Besitz und nicht verfügbar)
1996: Promo 96 (Demo, Nicht im Besitz aber über YouTube verfügbar und 2021 neu auf CD veröffentlicht); Das Ende des Weges (Demo, Im Besitz und auf YouTube verfügbar)
1997: Fleischhaus (Single, Nicht im Besitz und nicht verfügbar)
1998: Zerfall (Album, im Besitz und auf YouTube verfügbar); Krebskolonie (Album, im Besitz, auf YouTube verfügbar)
1999: Fleischfestival (EP, nicht direkt im Besitz, aber auf meiner Version der Kolonie mit vertreten. Auf YouTube verfügbar)
2000: Leichenlager (Album, im Besitz und auf YouTube verfügbar)
2001: Farbenfinsternis (Album, im Besitz und auf YouTube verfügbar); Lager Leipzig (Video, nicht im Besitz, aber auf YouTube verfügbar)
2004: Wundwasser (Album, im Besitz und auf YouTube verfügbar)
2005: Hexenhaus (EP, im Besitz und auf YouTube und Spotify verfügbar)
2007: Blutbahn (Album, im Besitz und auf YouTube und Spotify verfügbar); Eine Erhalten (EP, im Besitz und auf YouTube und Spotify verfügbar)
2008: Knochenkult (Album, Im Besitz und auf YouTube und Spotify verfügbar)
2009: Bühnenblut (Live-Album, im Besitz und auf YouTube verfügbar Spotify verfügbar)
2010: Schlangensonne (Album, im Besitz und auf YouTube und Spotify verfügbar)
2011: Magenbeschwerden (EP, Im Besitz und auf YouTube und Spotify verfügbar); Rostrot (Album, im Besitz und auf YouTube und Spotify verfügbar)
2012: Krebskollektion (Compilation, im Besitz und auf YouTube und Spotify verfügbar)
2013: Der Tod ist ein Meister aus Thüringen (Compilation, nicht im Besitz aber auf YouTube und Spotify verfügbar); Todestage (Album, im Besitz und auf YouTube und Spotify verfügbar)
2014: Flötenfreunde (EP, im Besitz und auf YouTube und Spotify verfügbar)
2015: Brummer (EP, im Besitz und auf YouTube und Spotify verfügbar); Marschmusik (Album, im Besitz und auf YouTube und Spotify verfügbar)
2017: Kartoffeln und Pilze (Single, Nicht im Besitz, nicht verfügbar); Fleischfilm (Album, im Besitz und auf YouTube und Spotify verfügbar)
2018: Mein Eichensarg/For God your Soul… (Split, nicht im Besitz und nicht verfügbar); Satan liebt dich (Split, im Besitz und auf YouTube und Spotify verfügbar); Fegefeuer (Album, im Besitz und auf YouTube und Spotify verfügbar)
2020: Leblos (Album, im Besitz und auf YouTube und Spotify verfügbar); Die räudigen Rennsteigrebellen (EP, im Besitz und auf YouTube und Spotify verfügbar)
2021: Bitterböse (Album, im Besitz und auf YouTube und Spotify verfügbar)
2022: Blutbahnen (Re-Release Compilation, nicht im Besitz aber auf YouTube und Spotify verfügbar); Wiedergänger (Single, Nicht im Besitz aber auf YouTube und Spotify verfügbar); Wiedergänger (EP, nicht im Besitz aber auf YouTube und Spotify verfügbar); Grenzgänger (Single, Nicht im Besitz aber auf YouTube und Spotify verfügbar)
2023: Grenzgänger (Album, im Besitz und auf YouTube und Spotify verfügbar); Heckenschütze (Single, Im Besitz und auf YouTube und Spotify verfügbar)
Die Anfänge und Zeit zu indizieren:
Da ich nicht im Besitz der ersten beiden Demos bin, leider hatte ich den Zeitraum verpasst, in dem ich die CD-Neuauflage der Promo 96) hätte bestellen können. Also fangen wir mit „Das Ende des Weges“ an. Es klingt noch recht roh, der etwas matschige Sound ist wohl den Aufnahmeumständen damals und dem Medium Kassette geschuldet, wobei ich aller Wahrscheinlichkeit und nach Aussage von Roth, eine Tapetrading-Kopie besitze. Aber man erkennt schon deutlich den Sound der der sich später auf der Zerfall etablieren sollte. Auf diesem Album finden sich auch drei Lieder aus der Demo-Zeit wieder, so auch das Legendäre Herzblut. Woher ich weiß, dass es sich um eine Tapetrading-Kopie handeln muss, 2010 auf der Schlangensonne-Tour habe ich ihren Auftritt in Kaiserslautern im Kammgarn besucht und zu dieser Zeit konnte man vor und nach dem Auftritt noch ohne Probleme mit der Band sprechen und damals habe ich Roth die Kassette in die Hand gedrückt zum unterschreiben. Damals hatte er es mir gesagt. Später an diesem Abend habe ich mir mit der damaligen Keyboarderin der Band und noch einem Besucher eine Flasche Läuselikör(Ja, Eisregen dürfen gerne ein Album mit dem Titel veröffentlichen) auch Campari genannt geteilt.

Als nächstes kommen wir zum Debütalbum: „Zerfall“. Hier wird der Stil des Demos fortgeführt und weiterentwickelt. Die Produktion ist um einiges besser und man merkt noch sehr deutlich die Black Metal Wurzeln. Eröffnet wird die Scheibe von einem kleinen Zyklus aus drei Liedern, etwas dass sie auf der Farbenfinsternis wiederholen. Die anderen Lieder haben alle ihren eigenen Charme, jedoch bleibt in meiner üblichen Rotation nur Herzblut vertreten. Ich besitze die Version von 2004, auf der auch das Gesamte Demo „Das Ende des Weges“ als Bonustracks vertreten ist. Wieso ich damals fast 100 Euro für die Kassette ausgegeben habe? Weil der Sammeltrieb damals noch stärker war. Heute würden mir Neupressungen, gerne auch mit alternativen Covern reichen.

Kommen wir nun zum ersten Indizierten Album der Band und dem gleichzeitig verbotensten. Bis heute darf es offiziell nicht verkauft werden, auch wenn es auf dem Zweitmarkt, wie Ebay, immer wieder auftaucht. Öffnen wir also die Tore der Krebskolonie. Sechs dieser Lieder wurden später auf der „Krebskollektion“ neuveröffentlicht, da diese Lieder von der BPjM nicht beanstandet wurden. So auch mein Lieblingslied, „Scharlachrotes Kleid“, dieses Albums, mit dem ich meiner Frau auch den Heiratsantrag gemacht habe, den sie auch angenommen hat. Wenn nicht schon mit dem Vorgänger, so haben sie spätestens hier ihren Ruf als eine der morbidesten und, textlich gesehen, blutrünstigsten Bands Deutschlands zementiert. Wer sich das Album in Gänze anhören möchte, ohne Mondpreise für die CD zu bezahlen, der kann das in leicht abgewandelten Live-Versionen auf der Bühnenblut tun.

Auf meiner Version ist die EP „Fleischfestival“ als Bonustracks vertreten. Hier hört man schon zwei Lieder des nächsten Albums, das allseits bekannte Herzblut in einer neueren Version, ebenso wie das Lied Fleischhaus von der gleichnamigen Single und eine alternative Version von „Scharlachrotes Kleid“.
Das „Leichenlager“ beginnt mit dem gleichen Lied wie das Fleischfestival, nur ist hier ein anderer Text am Anfang eingesprochen. Im Prinzip stellt dieses Album einen Übergang zur Farbenfinsternis dar. Die Texte sind in gewohnter Weise sehr düster und morbide, auch wenn hier schon ein Trend zu eher ruhigen Liedern zu erkennen ist. Für mich war es lange Zeit das schwächste Album in der Diskographie, jedoch jetzt, da ich mir alle Alben noch einmal anhöre, erkenne ich seine Qualitäten. Es wird wohl nie zu meinem Lieblingsalben zählen, aber es ist definitiv besser, als mein jugendlicher Dummkopf damals dachte.

Nach dem Leichenlager hat sich die Band in die „Farbenfinsternis“ begeben. Dies war das erste Album der Band, dass ich gehört habe, bei meiner damaligen Freundin. Sie besaß sogar die Digipack Version mit dem ersten Englischsprachigen Lied. Leider habe ich nur eine Nachpressung, auf jeden Dall zählt es zu den besten Alben der Band und hier wird zum ersten mal deutlich, dass Blutkehle Roth ein Cineast ist. Zweimal werden Samples aus Horrorfilmen verwendet. Auch hier haben sie wieder einen Liedzyklus aufgenommen, der eine zusammenhängende Geschichte erzählt. An der Musik merkt man hier schon einen leichten Wandel. So werden die Lieder melodischer, trotzdem bleibt die Brutalität und Blutrünstigkeit der Band erhalten.

Kommen wir nun zum ersten und bisher einzigen Video der Band, wenn man von der Bonus-DVD bei der Hexenhaus absieht. Für das „Lager Leipzig“ musste ich auf YouTube zurückgreifen, da ich weder die VHS noch ein entsprechendes Abspielgerät besitze. An dieser Stelle muss ich auch gestehen, dass ich weder Live-Alben noch Konzertmitschnitte wirklich mag. Das hat den einfachen Grund, egal wie gut so ein Video oder ein Live-Album aufgenommen wurde, für mich transportiert es niemals das Erlebnis eines Konzerts, dem ich in Persona beiwohne. Trotzdem habe ich das Video mit reingenommen weil hier einige der Lieder, die für den Eintrag auf Liste B der Krebskolonie, verantwortlich sind, gespielt wurden. Somit ist es aus meiner Sicht ein wichtiges Dokument der Bandgeschichte.
„Wundwasser“ bildet den Abschluss der ersten Phase von Eisregen. Ursprünglich sollte danach auch das letzte Album folgen. Wie wir aber wissen, hatten sie danach einfach zu viel Bock auf den ganzen Quatsch, weshalb wir schon bei 15 Alben sind und glücklicherweise ist noch kein Ende in Sicht. Hier sind auch zwei Premieren zu finden, einmal ein Lied, dass direkt von einem Horrorfilm inspiriert wurde und eines, dass einem realen Serienmörder gewidmet ist. Hier wird der Trend, der schon auf Leichenlager zu erahnen war und sich auf Farbenfinsternis etablierte fortgeführt. Die Lieder werden melodischer, obwohl hier noch genug Blut fließt. Auf diesem Album finden sich auch einige Klassiker, die immer mal wieder Live gespielt wurden, teilweise mit etwas verändertem Text um Ärger mit den Behörden zu umgehen.

Tiefschwarz Humor und Blutrote Texte
Mit der EP „Hexenhaus“ kommt eine DVD, auf der ihr erstes Musikvideo, ein Making Off dazu, ein kleiner Studioreport und zum Abschluss noch ein kurzer Mitschnitt des Auftritts, anlässlich des zehnjährigen Bandbestehens. Aber widmen wir uns lieber dem wichtigen, der Musik. Mit Elektro-Hexe“ haben sie zum ersten Mal einen, nennen wir es lustigen Song geschrieben. Dieser wurde bei Auftritten gerne mit Thüringen, von der Krebskolonien oder den 1000 Toten Nutten, welches auch hier vertreten ist, kombiniert, meist mit der Ansage, man möge doch das Tanzbein schwingen. Ebenso wichtig zu erwähnen sind die Lieder Lili Marleen (im original von Lale Andersen) mit dem sie einen alten Schlager und Soldatenlied gecovert haben. Und mit Die wahre Elektro-Hexe haben sie vom ersten Lied eine elektronische Variante aufgenommen, bei dem man Roth auch durchgängig klar singen hört.

Zwei Jahre später, 2007, hat es ein paar Probleme gegeben, die auf der CD zu finden sind. So fehlt in der Titelliste der Name des Intros, zwei Liedtitel wurden nur unvollständig abgedruckt und auch die Innereien des Booklets sind nicht optimal gestaltet. Hier klappt es etwas besser die Härte mit Melodie zu verbinden, auch wenn hier deutlich öfter als vorher auf klaren Gesang gesetzt wurde. Es war auch das erste Album der Band, dass ich mir zugelegt habe, weshalb es immer einen besonderen Stellenwert für mich hat. Besonders hervorzuheben sind die Lieder 17 Kerzen am Dom, welches den ersten Amoklauf in Deutschland behandelt, den ich bewusst mitbekommen habe. Hier lassen sie sich am Ende des Textes sogar zu einer moralischen Einordnung hinreißen. Und Schneuz den Kasper, welches eine interessante Philosophie vertritt, auch wenn es sicher nicht in Gänze ernst gemeint ist. Zuletzt möchte ich noch Zurück in die Kolonie erwähnen, was die Fortsetzung der Krebskolonie ist.

Als ich die EP „Eine Erhalten“ zum ersten Mal gesehen habe, habe ich laut gelacht. Ich kannte die bösen, blutrünstigen und teilweise verstörenden Cover von Eisregen und dann sah ich das. Damit hat die Aufmachung wohl ihren Auftrag erfüllt. Was die Musik angeht, ist nur der Titeltrack neu gewesen, während die anderen vier nur mit alternativem Gesang aufgenommen wurden. Es erinnert etwas an die Ikonische Szene aus Fight Club, in der der Grundstein für alles weitere gelegt wird.

Ein Jahr später haben sie das Album „Knochenkult“ auf die Welt losgelassen. Zu dieser Zelt war ich schon absolut gefesselt von ihrer Musik und riesig auf der Suche nach bezahlbaren Raritäten der Band. Warum ich heute keine nahezu komplette Sammlung habe? Weil ich Lieder Geld für Schwachsinn ausgegeben habe. Aber lassen wir das und sprechen lieber über die Musik: Das Album wurde in Teilen wieder etwas härter, hat aber gleichzeitig ruhigere Lieder. Aber im großen und ganzen ist eine leichte Rückbesinnung zu spüren. Textlich ist man hier wieder breit gefächert, wobei alle das Töten behandeln, sei es für Die Kunst (Das letzte Haus am Ende der Einbahnstraße), aus Rache (19 Nägel für Sophie) oder nur um an Geld zu kommen (Schwarzer Gigolo). Am besten gefällt mit jedoch Das Liebe Beil.

Da sie auf der zweiten CD/Schallplatte des „Bühnenblut“-Live-Albums das gesamte Album Krebskolonie neu aufgenommen haben, wollte ich es noch erwähnen. Diese bösen Lieder wurden mit leicht veränderter Musik und Texten live eingespielt und können so von all denen, die keine Kolonie in ihren CD-Regal haben, genossen werden. Auf der Tour, nach Veröffentlichung dieses Live-Albums, obwohl das ganze Knochenkultour hieß, habe ich sie das erste mal Live gesehen und musste für einen Drumstick von Yantit fast einen Arm brechen. Klingt vielleicht jetzt schlimm, aber lasst mich erklären. Ich hatte einen Platz in der ersten Reihe erobert, Yantit ging nach vorne, hielt mit den Stick vors Gesicht, ich griff zu und irgendjemand griff über meinen Kopf hinweg auch zu. Ein wenig Zug nach unten und der Stick war mein.


2010 kam dann das Album „Schlangensonne“ auf den Markt und der Stil wurde weiterentwickelt. Hier finden sich deutlich mehr Gitarren in den Liedern, das Keyboard darf nur noch unterstützen und auch der Gesang wurde wieder deutlich fieser. Jedoch haben sie hier zwei Lieder aufgenommen, mit denen ich absolut nichts anfangen kann. Kai aus der Kiste und Zauberelefant sind für mich weit oben auf der Liste mit den schlechtesten Eisregenliedern. Dafür sind auch wirklich starke Songs vertreten. Mit Auf ewig Ostfront widmen sie sich wieder dem zweiten Weltkrieg, sogar im gleichen Ecken der Welt, wie beim Eisenkreuzkrieger. Auch Tod senkt sich herab behandelt den Krieg, hier aber die Bombardierung Dresdens. Dazu noch eine kleine Geschichte: Etwa einen Monat zuvor habe ich einen Krimi gelesen, in dem auf einer Baustelle eine Leiche gefunden wurde. Diese kam bei der Operation Gomorrha um und fasziniert von den Schilderungen habe ich hierzu selbst ein Gedicht geschrieben. Aber zurück zur Musik, denn wo beim Knochenkult der lustige Track gefehlt hat, bekommen hier alle mit der Digipack-Version sogar zwei davon. Auf der einen Seite Das Allerschlimmste, ein Lied bei dem bestimmt jeder von uns an mindestens eine Person denkt. Wer beim Brustfetichrist hofft das Albumcover erklärt zu bekommen, der wird enttäuscht.

Mit dem „Madenreich“ bekommen wir eine kleine EP, mit eigentlich zwei Liedern. Der Titletrack ist noch in einer alternativen Version vertreten. Aber das eigentliche Highlight ist Ich.Zombie. ein wirkliches Brett mit einem starken Groove und einem richtig guten Zombietext. So wurde einem die Wartezeit auf das nächste Album verkürzt.


Knapp einen Monat später kam dann das Album „Rostrot“. Für mich das beste Album der zweiten Phase von Eisregen. Hier haben sie die stärksten, nicht die eingängigsten, Lieder und haben zu alter Härte zurückgefunden, ohne einen Rückschritt zu machen. Alles ist wie aus einem Guss, ohne sich zu wiederholen. Nur ein Lied stört mich hier. Es ist das Comedy-Lied Kathi das Kuchenschwein. Aber wenn man davon absieht, dann kann sich dieses Album mit den alten Klassikern messen. Mit dem Schakal – Ode an die Streubombe haben sie sich einmal vom zweiten Weltkrieg wegbewegt und nach Vietnam begeben. Mit Ich sah den Teufel werden sie sogar philosophisch und der Blutvater erzählt eine Geschichte aus Krieg und Blut, die sich zwar nicht historisch einordnen lässt und deshalb auf jeden kriegerischen Stamm passt, der jemals das Schwert ergriffen hat.


Mit der „Krebskollektion“ endet die zweite Phase. Hier wurden Lieder der indizierten Alben neu aufgenommen, die von der BPjM nicht beanstandet wurden. Schon erstaunlich, dass fast die Hälfte der ersten CD von Krebskolonie-Liedern eingenommen wird, ist bei diesem doch der Verkauf auch an Erwachsene verboten. Auf der zweiten CD sind drei neue Lieder zu finden, darunter ein Cover von Falkos Mutter, der Mann mit dem Koks ist da. Das Fleischhaus und Scharlachrotes Kleid haben sie auch in einer neuen Version aufgenommen, dazu noch das Death-Cover von der Farbenfinsternis und eine Live-Version von Blutgeil. Für Sammler wirklich lohnend, die neuen Lieder können sich auch hören lassen.

Welten verschmelzen
Die dritte Phase wurde mit „Todestage“ eingeläutet. Leider kam das Album nicht wie geplant raus, da es aufgrund eines Liedes und des Covers etwas Ärger gab. Das Lied Flötenmongo musste entfernt werden. Auch das Cover wurde überarbeitet, um das Bild, welches das Lied inspirierte zu entfernen. Aber, wer es sich im Original anhören möchte, kann dies auf YouTube tun, oder er hat Glück und bekam eine der „Fehlpressungen“ geliefert, die heute für Mondpreise gehandelt werden. Für mich sind die Todestage eines der schwächeren Alben, obwohl hier auch sehr gute Lieder vertreten sind. Zum Beispiel DSDSL (Deutschland sucht die Superleiche) worin sie sowohl die ganzen Castingshows als auch die Sensationslust der Medien kritisieren, oder die Familienbande (Vater Tod und Mutter Nacht). Besonders hervorheben möchte ich aber Eisenherz. Es basiert auf dem Lied Mitternacht, nur singt hier Quentin Roth einen selbstgeschriebenen Text über Ironman. Im Zuge der Recherche hierzu habe ich auch entdeckt, dass er mit seinem Vater der Blutkehle unter dem Namen Roth nun auch wirklich Musik macht.

Etwas später, sie wollten den Fans das entfallene Lied nicht vorenthalten, haben sie die EP „Flötenfreunde“ veröffentlicht. Dem Stil der Todestage blieben sie weitgehend treu, mit einer kleinen Ausnahme. Mit dem Titel Tausendschweiner, den sie auch in der Hülle erklärt haben, wurde der Flötenmongo neu aufgenommen, mit einem noch schlechteren Blockflötensolo, als im Original. Beim Titel Blut Saufen habe ich damals erst an ein Experiment in Richtung NWoBHM oder True Metal gedacht, was sicher beabsichtigt war, doch nach dem Intro haben sie sich den Spaß gemacht und etwas in Richtung EBM oder so abgeliefert. So wirklich ernst nehmen sie sich nicht und erklären ganz nebenbei noch, wie der Songwritingprozess aussehen könnte.

Über ein Jahr war es Still, bis zur nächsten Vorgeschmacks-EP, die den Titel „Brummbär“ trägt. Auf dieser haben sie sich ganz dem Thema Krieg gewidmet. Neben drei Remixes bereits veröffentlichter Lieder gab es natürlich den heimlichen Titeltrack, „Gott der Panzer“, indem beschrieben wird, dass auf dem Schlachtfeld sogar ein Panzer zum Gott werden kann. Mit der „Panzerschokolade“ wurde es wieder lustig, denn hier haben sie dem Pervitin, ein netterer Name für Crystal Meth, ein Denkmal gesetzt und ein wenig mit Polka experimentiert.

Das gleiche Oberthema verfolgten sie, als sie sich der „Marschmusik“ gewidmet haben. Auch hier gibt es Krieg an jeder Ecke. Leider ist es eines der schwächeren Alben in der Diskographie. Trotzdem sind starke Lieder vertreten, nur können die anderen Tracks mit der Qualität nicht mithalten. Erst jetzt, da ich diese Zeilen schreibe, habe ich mich wieder an Lieder wie Blutkreis, Leichensack oder Foltergeist erinnert. Ja ich kenne sie, aber bei einer Aufzählung aller Eisregen-Lieder hätte ich die wohl nicht nennen können. Dafür ist neben dem Panzergott und der Panzerschokolade auf jeden Fall Fleischbrand zu erwähnen. Bei aller Härte hat es eine ganz eingängige Melodie, die mir schon damals bekannt vorkam. Ganz zum Schluss folgen wir dem Pervitin Peter, der sich aufgeputscht von der Panzerschokolade mit seiner Oma zu einem Amoklauf aufmacht.

Das Album „Fleischfilm“ widmet sich der großen Leidenschaft von Michael Blutkehle Roth: dem morbiden Film, besonderes den blutigen Streifen aus Italien. Was den Stil angeht, ist das Album wirklich abwechslungsreich und mir macht es jedes Mal Lust auf einen Filmabend. Hätten Sie nicht Die letzte Reise des Allan Yates (Metamorphose des Seins) gemacht, wäre ich wirklich enttäuscht gewesen. Wer die Band einmal live gesehen hat, der weiß dass unser Blutkehlchen meistens, um nicht zu sagen immer, ein Hemd von Cannibal Holocaust trägt. Beim Syndikat des Schreckens wird es wieder elektronisch, während sie sich den neapolitanischen Drogenkriegen widmen. Dieses Lied trägt zusammen, mit meinem nächsten Favoriten, den deutschen Namen des Films als Titel. Für alle anderen haben sie sich neue Namen ausgedacht. Satan der Rache ist für mich mit Abstand das beste Lied auf dem Album, das kann vielleicht auch nur daran liegen, dass ich blutige und brutale Western mag.

Im nächsten Jahr kam dann die Split „Satan liebt Dich“ raus, die vom Namen aus der Reihe fällt. Mit dem Titletrack gibt es eine richtig gute Ballade, während sie sich, ebenso wie der Transilvanian Beat Club, dem ersten veganen Metzger Deutschlands widmeten. Als Überbrückung zum nächsten Album hat es auf jeden Fall was getaugt. Besonders hervorzuheben ist der letzte Song, der nicht anders als ein gewaltiger Mittelfinger in Richtung der BPjM zu werten ist. Hier haben sie nämlich aus vier beanstandeten Liedern ein Medley geschraubt, um diese wenigstens in Teilen live spielen zu können.

Dann, 2018 mittlerweile, haben sie ihre Hörer ins „Fegefeuer“ gelockt. Hier habe ich zwei, wenn auch unbewusste Verweise auf frühere Lieder gefunden. So erinnert mich Opfer an Blutvater von der Rostrot und Die Bruderschaft des 7. Tages kommt mir vor, wie eine Weiterentwicklung von Mein Eichensarg von der Wundwasser. Beides gute Lieder, die mich immer etwas nostalgisch werden lassen. Aber auch die Knochentorte finde ich wirklich stark, da sie hier mal wirklich kreativ an das Thema Kannibalismus herangegangen sind. Wer von diesem Album die Limited Edition hat, bekam noch eine CD mit drei Bonusliedern, die alle auf Spotify zu finden sind. Darauf haben sie sich jeweils einem Lied von Beherit, Mysticum und Bethlehem angenommen.

Leider ist das Album „Leblos“ genau das. Es ist nicht schlecht. Wenn man wohlwollend sein will, kann man es als Luftholen bezeichnen. Das Beste daran, abgesehen von der in der Box beigefügten EP, ist das Lied Schlachtraum. Hier geht es um zwei Männer, die zusammen gemordet haben, textlich auch nicht viel, was man nicht schon gehört hätte, aber für sich genommen taugt es wirklich. Trotzdem hatte ich die Box bestellt und leider, weder ein Silbernes noch ein Goldenes Ticket darin. Dafür war hier ein Schal, der mich wenigstens vor dem Erfrierungstod retten kann.

Als „Die Räudigen Rennsteigrebellen“ hat sich das morbide Duo, dass Eisregen nun sind, dem Thema Alkoholismus gewidmet. Dies in dem ihnen eigenen Stil, bei dem man ihnen noch nicht einmal vorwerfen könnte, dass sie Alkoholmissbrauch glorifizieren, aber auch nicht mit dem erhobenen Zeigefinger, wie es Moralapostel gerne tun. Drei schmissige Songs übers Saufen und das liegen in der eigenen Pisse und Kotze und eine alkoholisierte Version von Zeit zu Spielen vom Leichenlager.
Zusammen mit ihrem Nebenprojekt, einem von vielen, Goatfuneral hat Eisregen ein ganzes, „Bitterböse“s, Split-Album veröffentlicht. Die Eisregen CD ist, wie gewohnt. Düstere Musik, blutige Texte, von denen ich Heute ist Krüppelnacht hervorheben will. Bei diesem Lied haben sie sich überlegt, wie sieht wohl jemand aus, der für Regierungen die Drecksarbeit verrichtet. Das Ergebnis wurde ein harter, rasanter Song, der auch heute noch regelmäßig durch meine Ohren schneidet. Auch Ein Pfund Fleisch kann sich hören lassen. Ob das Lied von Shakespeare oder John Kramer inspiriert ist, das müsste man die beiden fragen. Die andere CD gehört ganz Goatfuneral. Hier zeigen sie, dass sie auch reinen Black Metal drauf haben, auch wenn mir der Sound etwas zu poliert ist. Ein Blick lohnt sich für Fans von Eisregen.

Beim „Grenzgänger habe ich überlegt, ob ich nicht einfach meine normale Besprechung des Albums hier einfügen soll. Wer sie leben will, soll einfach hier klicken und dann zurück kommen. Aber dann wollte ich lieber mit etwas Abstand noch einmal drauf blicken, wie ich es bei den anderen Alben gemacht habe. Damals, war ich ziemlich begeistert, was sich zwar etwas gelegt hat, aber von den Alben der dritten Phase ist es eindeutig das stärkste. Hier passt einfach alles, auch wenn sie hinter den Alben der frühen Tage zurückbleiben. Es erinnert an das Ende der ersten Phase. Hier will ich besonders Als ich noch Kinder fraß erwähnen. Hier stellen sie die Theorie auf, dass alle Götter und Dämonen auf die gleiche Entität zurückzuführen sind. Es könnte, vom Thema und dem Riffing, wenn man noch etwas Bratsche hinzufügen würde, genauso ein Teil der Kolonie sein. Vom-Loch-in-der-Wand-Club haben sie einige Handtücher geklaut und den Boxen bei gelegt. Das Lied erinnert mich sowohl an Das Letzte Haus am Ende der Einbahnstraße vom Knochenkult und an DSDSL von den Todestagen. Alle Lieder haben die voyeuristische Lust an Mord und Gewalt zum Thema, von dem sowohl Eisregen als auch unzählige True-Crime Serien und Podcasts leben.

Den bisherigen Abschluss bildet die Single Heckenschütze. Zwei Lieder, das Titellied hat sogar ein Video spendiert bekommen. Die Aufmachung ist richtig gut gewählt, worüber ich auch in der entsprechenden Review geschrieben habe. Wenn sie diesen ruhigen Stil weiter verfolgen, was ich nicht hoffe, hätten sie eine neue Phase eingeläutet. Das Lied Zeitenwende haben sie ganz tief in der Vergangenheit ausgegraben. Es wurde etwas aufpoliert aber es freut mich wirklich, so alte Schinken wieder zu hören.

Was ist nun das Fazit fieser Textwand, mit der ich euch erschlagen habe? Das weiß ich selbst nicht so genau. Wer mit Eisregen nichts anfangen kann, wird deshalb nicht in ihre Diskographie reinhören und wer wie ich den ganzen Kram gesammelt hat, der kennt alles schon. Nagut, ihr dürft mir gerne sagen, dass ich keine Ahnung habe. Mal sehen mit welcher Band ich die nächste Werksschau mache.

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