Wild Hunt Open Air 2024 am 27. Juli 2024 in Oberthal

Wer: Afsky, Chaos Invocation, Drudensang, Nuvivagant, The Fals, Pesttyrann und Grau

Wann: Am 27. Juli 2024.

Wo: Auf dem Wanderplatz in Güdesweiler/Oberthal.

Wieso: Um die beste Location, die ich für Black Metal kenne einmal mehr zu bespielen.

Preis: 33 Euro im Vorverkauf und 39 an der Abendkasse.

Das Festival: Abgesehen vom Regen war es wieder einmal richtig klasse. Die Location ist wirklich gut gewählt. Der Platz eines Wandervereins liegt innen am Waldrand, sodass Eichen die Zuschauer umgeben, die normalerweise die Sonne abhalten. Gegen den Regen wurden überall noch Pavillons aufgestellt, damit man wenigstens ein wenig trocken bleiben konnte und an einem Zelt und in der Grillhütte hab es sogar Holzvorräte und Feuerplätze, die natürlich auch genutzt wurden um wieder zu trocknen und weil Feuer immer Spaß macht. Leider war dieses Jahr nur ein Händlerstand da, der von Dominance of Darkness Records, dafür waren aber Necroshorns und Black Arts of Mina da, ein Photograph und ein Künstler mit sehr coolen Stücken. Dazu wurde auch noch, damit sich die Besucher nicht nur flüssig ernähren mussten, ein Burgerstand aufgestellt. Aber kommen wir zum wichtigen:

GRAU haben den Anfang gemacht und waren eine würdige Eröffnungsband für das Festival. Mit solidem Black Metal haben sie den noch verstreut stehenden Zuschauern ordentlich eingeheizt und eine Grundlage gelegt für das, was noch kommen sollte. Leider wurden sie gleich zu Anfang, von einem, wie auch immer verursachten, Stromausfall abgewürgt, doch danach ging es mit verdammt gutem Schwarzmetall weiter.

Als zweites kamen PESTTYRANN auf die Bühne, die einzige Band, die ich vorher schon einmal gesehen habe. Da war ich wirklich froh, dass es diesmal nicht in einem Lost Place stattfand. Wie damals im Jahre 2018 haben sie Vollgas gegeben, aber ich glaube die Masken sind in der Zwischenzeit neu dazu gekommen. Die kann ich wirklich nur weiterempfehlen, und hätte ich sie nicht zuvor schon gekannt, wären sie eine meiner Neuentdeckungen gewesen.

Diesen Titel haben sich THE FALS gesichert. Zwar sagt das allwissende Metal Archives etwas von Blackend Heavy Metal, ich würde aber eher von thrashigem Black’n’Roll sprechen, da das den Stil besser beschreibt. Aber solche Genrediskussionen, so amüsant sie sind, bringen einen selten weiter. Von ihnen habe ich mir dann auch sofort ein Tape mitgenommen und wieder einmal fluche ich, dass mein Auto keinen Kassettenspieler hat. So genieße ich das Album einfach zu Hause.

Genau auf dem mittleren Platz kam NUBIVAGANT auf die Bühne. Eigentlich ein Soloprojekt aus Italien, hier aber aus nachvollziehbaren Gründen mit einem Gastschlagzeuger. Hier wurde es wieder melancholisch aber nicht weniger hart. Zwar bin ich bei solchen Soloprojekten oder Duos immer skeptisch, doch die beiden konnten mich wirklich überzeugen. Da werde ich auch noch etwas reinhören, mit einem guten Whiskey dazu.

Bis zu diesem Zeitpunkt schwankte die Verspätung immer etwas doch bei DRUDENSANG lagen wir eine ganze Stunde hinter dem Zeitplan. Das tat dem Auftritt aber keinen Abbruch, denn sie waren die stärkste Band des Abends und haben die Bühne an ihre Grenzen gebracht. Mit Feuer und einem skelettierten Zoo passte auch das Ambiente perfekt zu ihrer Musik.

Als vorletztes traten dann CHAOS INVOCATION auf. Sie boten einen abwechslungsreichen Mix aus ruhigen, fast melancholischen Liedern und heftigem Geknüppel, doch aus irgendeinem Grund konnten sie mich nicht so wirklich von sich überzeugen.

Den krönenden Abschluss bildeten AFSKY aus Dänemark. Wieder ein Soloprojekt, aber mit festen Livemusikern, sodass hier alles wesentlich eingespielter wirkte. Hier drängte sich auch alles was Beine hatte vor der Bühne zusammen und der Abend wurde trotz des beschissenen Wetters gebührend abgeschlossen. Diese Band lohnt auch noch einen genaueren Blick in Ruhe.

Fazit: Wie jedes Mal, wenn ich dort oben war, war es ein wirklich gelungener Tag. Auch wenn man dieses Jahr mit Dreckswetter zu tun hatte, haben alle ihr bestes gegeben. Sowohl die Bands als auch die Organisation. Das Festival und die aufgetretenen Bands sind restlos zu empfehlen, wobei jeder nach seinem Geschmack selektieren muss:

Grau:

Pesttyrann:

The Fals:

Nubivagant:

Drudensang:

Chaos Invocation:

Afsky:

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