• Kanonenfieber mit Die Urkatastrophe

    Kanonenfieber mit Die Urkatastrophe

    Bandname und Albumtitel: Kanonenfieber mit Die Urkatastrophe

    Genre: Melodic Black/Death Metal

    Veröffentlichungsdatum und Label: Das Album wurde am 20. September 2024 über Century Media Records auf die Welt losgelassen.

    Sonstige Veröffentlichungen der Band: Der zweite Langspieler liegt nun vor, zuvor wurden noch fünf Singles, vier davon wurden hieraus ausgekoppelt, drei EP’s und ein Live-Album/Video veröffentlicht.

    Wie habe ich die Band kennengelernt: Mit dem ersten Album war die Band im ganzen Internet überpräsent, also habe ich einmal rein gehört und die Musik für richtig gut befunden. Und nun bespreche ich das zweite Album, nachdem sie ziemlich gewachsen sind. Mal sehen ob sie die Qualität halten konnten.

    Wie finde ich die Scheibe: Für dieses Album habe ich etwas Geld in die Hand genommen, da mir die Beschreibung der Artbook-Version gefallen hat. Daher möchte ich etwas darüber schreiben: Das Artbook besteht aus den beiden Schallplatten und einem umfangreichem Booklet, in dem sich die Texte, einige Kommentare von Noise und diverse Postkarten aus dem ersten Weltkrieg finden. Dort gibt es viel zu entdecken. Auch die Platten sind von hervorragender Qualität, hier haben sie, im Gegensatz zur normalen Vinylversion, die zwölf Lieder auf zwei Schallplatten verteilt. Vielleicht kann mir da jemand einen Grund nennen.

    Würde ich schreiben: „Im Westen nichts Neues“ könnte man das falsch verstehen. Der Stil wird beibehalten ebenso wie die Verwendung von Originalaufnahmen von Politikern dieser Zeit, als Samples. Der Gesang wechselt immer wieder zwischen Growls und fiesen Schreien, die Musik ist wie gewohnt hart und doch melodisch, vielleicht sogar etwas eingängiger als vor drei Jahren. Was die Texte angeht fehlt mir ein gewisser Roter Faden, hat man damals noch eine Entwicklung gehört, von optimistisch und patriotisch bis zu Resignation und Kriegsmüdigkeit, fehlt sowas hier komplett. Trotzdem bleiben die Texte richtig gut, sie schildern den damals herrschenden Patriotismus aber auch den Kriegsalltag.

    GOTT MIT DER KAVALLERIE ist mein erster Favorit. Hier wird das Gefecht bei Halen vertont. Ein starkes Lied, das eine damals noch gebräuchliche, wenn auch zunehmend ineffiziente Waffengattung besingt. Hier wird auch geschildert wieso, aber das würde zu weit gehen. Stattdessen sollte man dieses treibende Stück genießen, die Bilder vor dem inneren Auge sehen und besser nicht die zu erwartenden Gerüche imaginieren

    Als nächstes möchte ich über die RITTDR DER LÜFTE sprechen. Ein gutes Lied, jedoch hätte ich hier etwas mehr erwartet. Trotz des Geballers klingt es wirklich Episch. Ja die Musik passt zum Text, der deutlich das Selbstverständnis der damaligen Piloten zeigt. Ich hätte aber auf etwas dynamischeres gehofft, dass ein Luftkampf geschildert wird, statt wie hier, darauf nur ganz kurz einzugehen.

    Fazit: Ja, das Album ist gut, aber ich hatte etwas mehr erwartet, doch das ist Jammern auf hohem Niveau und ein Musiker ist zuerst sich und seinem eigenen Anspruch verpflichtet. Auch wenn ich nur zwei Lieder als Favoriten ausgewählt habe, gibt es hier keine schlechten Lieder, selbst die beiden sehr kurzen Stücke, die eher als Liedintros fungieren , finden mein Gefallen. Also wer sich musikalisch mit dem ersten Weltkrieg beschäftigen will, der sollte sich das Album zulegen. Bis dahin, hört hier rein:

  • Blast you up when September Ends am 21. September 2024 im Erdgeschoss Gasthaus Sutter in Zweibrücken

    Blast you up when September Ends am 21. September 2024 im Erdgeschoss Gasthaus Sutter in Zweibrücken

    Wer: Inherit the Ashes, Gefrierbrand, Terrible Headache und Tons of Water

    Wann: Am 21. September 2024

    Wo: Im Gasthaus Sutter im Erdgeschoss in Zweibrücken

    Wieso: Natürlich für die Glorie des Metals.

    Preis: Für zehn Euro durfte man in den Keller

    Das Konzert: Die Location trifft genau meinen Geschmack. Im Keller, mit teilweise unverputzten Wänden und die Decke von einer Stahlträgerkonstruktion gestützt. Die Bühne war nur etwa fünf Zentimeter höher als der Boden und man konnte, wenn man wollte den Bands in der Nase bohren, was ich aus naheliegenden Gründen nicht gemacht habe. Das einzig wirkliche Manko waren die Stahlpfosten, die den Blick auf die Bühne versperrten.

    Den Anfang machten die Saarländer von TONS OF WATER. Richtig solider Death Thrash von einem Quartett. Sie haben dem Keller schonmal ordentlich eingeheizt. Besonders wenn man bedenkt, dass es ihr zweiter Auftritt war und ihr zweiter Gitarrist erst vor kurzem ausgestiegen ist. Die lohnen sich wirklich.

    Als zweites kamen TERRIBLE HEADACHE auf die kleine Bühne und setzten den Trend mit ihrem Death Thrash fort. Sie waren meine Entdeckung des Abends. Mit deutschen Texten und einem brachialen Sound haben sie mich für sich eingenommen. Die werde ich weiter im Auge behalten, da sie Live wirklich eine Macht sind, besonders da der Gesang unter der Saitenfraktion aufgeteilt ist.

    Danach war der Hauptact, jedenfalls aus meiner Sicht an der Reihe. GEFRIERBRAND haben die Bühne erobert und uns Geschichten und Märchen vorgetragen. Endlich waren sie einmal in der Nähe und haben trotz einem recht kurzen Set alles gegeben. Das Hauptaugenmerk hier lag auf Liddern der beiden neueren Alben, trotzdem haben sie hier und da einige Klassiker gespielt.

    Zum Schluss kamen INHERIT THE ASHES an die Reihe und haben den Abend beendet. Mit ihrem melodischen und ziemlich technischen Todesblei haben sie nicht so ganz meinen Geschmack getroffen. Eventuell lag es auch daran, dass sie nach einer meiner Lieblingsbands auftraten. Trotzdem haben sie alles gegeben. Ein richtig guter Abschluss für diesen richtig gelungenen Konzertabend.

    Fazit: Es war ein wirklich geiler Konzertabend mit wirklich starken Bands. Auch die Location kann ich, trotz des Mankos mit den vertikalen Trägern bestechen. Wieder habe ich gute Bands entdeckt und eine für mich neue Location. Hoffentlich sind beim nächsten Konzert dort mehr Leute da:

    Tons of Water:

     Terrible Headache:

    Gefrierbrand:

    Inherit the Ashes:

  • Mightiest mit SinisTerra

    Mightiest mit SinisTerra

    Bandname und Albumtitel: Mightiest mit SinisTerra

    Genre: Melodic Black Metal

    Veröffentlichungsdatum und Label: Das Album kam am 26. Februar 2016 auf CD über Cyclone Empire und am 25. November 2017 in der mir vorliegenden LP+CD Version über Ancient Spirit Records raus.

    Sonstige Veröffentlichungen der Band: Es ist das einzige Album der Band, dazu haben sie aber im Laufe der Zeit noch drei Demos, zwei Splits und je eine EP und eine Compilation veröffentlicht.

    Wie habe ich die Band kennengelernt: Ich habe mich auf dem Equinox Rite vor ihrem zweiten Auftritt, unter dem Namen Depressive Silence, mit dem Gitarristen S unterhalten und nachdem er erfahren hat, dass ich diesen Blog betreibe, hat er mir dieses Album und ihre erste Split in die Hand gedrückt, um hier darüber zu schreiben.

    Wie finde ich die Scheibe: Da ich hier die Platte vorliegen habe, ein wenig zur Aufmachung: in dem Gatefold haben sie innen die Texte und ein Bandphoto abgedruckt und zur Platte, die in einer gepolsterten Innenhülle aufbewahrt wird, noch einige Flyer gepackt, von denen die meisten logischerweise schon veraltet sind. Dazu gibt es noch einen Sticker, einen Aufnäher und das Album auf CD, aus ersichtlichen Gründen in einer Papphülle. Dafür gibt es definitiv ein Lob, besonders für die hochwertigere Innenhülle. Aber die Aufmachung kann so gut sein, wie sie will, sie taugt nichts, wenn die Musik auf der Platte nicht stimmt.

    Da kann ich aber alle meine Leser beruhigen, denn hier bekommt man in sieben Liedern melodisches Schwarzmetall um die Ohren geschlagen. Zwar fehlt mir etwas der Druck von ihrem Auftritt, aber ein Konzert ist eine andere Situation als die Musik auf der Couch zu genießen. Dafür kommt hier der melodische Aspekt der Musik besser zur Geltung. Tief im Mid-Tempo verwurzelt gehen sie zu Werke und haben hier und da sogar etwas Groove zu bieten, während das Keyboard zwar präsent, aber nicht zu dominant die Lieder bereichert.

    Wirklich zu empfehlen ist der das Titellied SINISTERRA. Dieser hat mich, mit der Mischung aus harschem Gesang, an der Grenze zu Growls, und der klaren Stimme, schon bei ihrem Auftritt gefesselt und er wäre eindeutig ein Grund gewesen, das Album zu kaufen. Dazu gibt es in dieser Version immer wieder die Tastenwelt zu hören, was dem Lied noch eine andere Ebene verleiht.

    Fazit: Wer Lust auf melodisches Schwarzmetall hat, sollte sich das Album zulegen, besonders auf Schallplatte kommt es noch eine ganze Ecke besser. Das kann auch an meiner Autosuggestion liegen, aber manche Genres brauchen eben bestimmte Medien um wirklich zu wirken. Bis ihr sie auf euren Plattentellern liegen habt, könnt ihr hier einmal reinhören:

  • Betelgeuse mit Bajo el amparo de putrefacta cruz

    Betelgeuse mit Bajo el amparo de putrefacta cruz

    Bandname und Albumtitel: Betelgeuse mit Bajo el amparo de la putrefacta cruz

    Genre: Black Metal

    Veröffentlichungsdatum und Label: Das Album kam am 31. August 2024 über Adirondack Black Mass raus.

    Sonstige Veröffentlichungen der Band: Vor diesem Langspieler haben sie ein Demo und eine Single auf die Welt losgelassen.

    Wie habe ich die Band kennengelernt: Chilenischer Black Metal wird mir sehr selten in die Rotation gespült, also hat es mich umso mehr gefreut, als das Metal Devastation Radio mir dieses Album hat zukommen lassen. Dann hören wir mal rein:

    Wie finde ich die Scheibe: Es klingt verdammt gut. Kalte Riffs und kreischender unbarmherziger Gesang. Dazu ein eher verstecktes Keyboard, dass trotzdem seine Momente bekommt, und fertig ist eine eiskalte und gnadenlose Atmosphäre. Die sechs haben den Black Metal verstanden und setzen auch die schlechte Produktion gekonnt ein, was viele andere Bands nicht hinbekommen.

    RITUAL hat es definitiv auf meine Liste geschafft. Monoton und trotzdem spannend wird der Track dargeboten und unter der Geschwindigkeit und dem Hass erkennt man trotzdem das Talent der Musiker, die zwar ausgefeilte, jedoch einfache Riffs spielen um ihre Botschaft zu untermauern.

    Bei IMPUNIDAD werden sie sogar etwas orchestral oder eher episch. Ein Stilbruch, jedoch wohl kalkuliert, um die Aufmerksamkeit des Hörers erneut zu fesseln. Trotz der Länge von fast zehn Minuten hat dieses Lied keine Längen und weiß, von Anfang bis Ende, zu bestechen.

    Fazit: Verdammt, die haben mich wirklich beeindruckt. Also, Freunde des Schwarzmetalls, hört euch die Scheibe unbedingt einmal an. Ich werde mir auf jeden Fall eine physische Kopie zulegen. Bis dahin bleibt noch dieshier:

  • Equinox Rite Herbstausgabe 2024 im Kulturhaus Überherrn am 14. September 2024

    Equinox Rite Herbstausgabe 2024 im Kulturhaus Überherrn am 14. September 2024

     

    Wer:Depressive Silence, Hell Militia, Blood Countess, Werwolf, Mightiest und Nekkromaniac

    Wann: Am 14. September 2024

    Wo: Im Kulturhaus Überherrn

    Wieso: Um dem Saarland zum Herbstäquinoktium eine geballte Ladung Black Metal zu bieten.

    Preis: 33 Euro im Vorverkauf und 35 Euro an der Abendkasse.

    Das Festival: Auch dieses Mal hat sich nicht viel geändert. Die Bühne im großen Saar, der durch eine mobile Trennwand vom Vorraum mit den Merch-Ständen abgetrennt ist. Dort, auf Höhe der Tribüne gab es dann Getränke und vor dem Kulturhaus war wieder ein Grillstand, für alle die feste Nahrung und nicht nur Bier wollten. Etwas abseits dann der Toilettencontainer. Das war es schon, aber es reicht ja. Kommen wir also lieber zum eigentlichen Grund für diese Review:

    NEKKROMANIAC haben den Abend eröffnet und gleich mal gezeigt, wohin die Reise geht. Bei ihnen gab es angepissten Black Metal der alten Schule. Hart und gerade heraus ging es hier zur Sache und als kleine Überraschung, hatten sie für ihren Bathory-Tribute Song sogar noch einen Gastsänger mit auf der Bühne. Für mich eine sehr gute Neuentdeckung, an einem Abend mit für, mich nur, unbekannten Bands.

    Als zweites kamen MIGHTIEST auf die Bühne und deren Sänger hat das Konzept Bühnenpräsenz verinnelicht. Auch hier ging es gerade nach vorn, wenn auch mit ein paar Ausschmückungen, in Form von Samples. Aber auch ohne diese wäre es ein verdammt starker Auftritt gewesen. Auch die haben mich beeindruckt und ich werde sie im Auge behalten.

    Die erste Hälfte beschlossen WERWOLF mit einem Ritual. Zu diesem Zweck hatten sie einen Altar auf der Bühne aufgebaut und auch sie haben es in meine Rotation geschafft. Brachial und dezent atmosphärisch gingen sie zu Werke und haben bewiesen, dass sie ihren Platz auf der Setlist mehr als verdient hatten.

    Als erste Band der zweiten Hälfte des Abends kamen BLOOD COUNTESS auf die Bühne. Hier ging es direkt mit fiesestem Black Metal weiter, wie man es sich nur wünschen kann. Besonders Der Gesang hat es mir angetan und von denen werde ich mir auch noch ein paar Tonträger zulegen. Hier gab es auch zum ersten Mal wirklich Interaktion mit dem Publikum. Der Kampfzwerg am Mikro schrie sich die Lunge aus dem Leib. Selten habe ich eine so gute Sängerin gesehen oder gehört.

    Leider hat mir der Co-Headlinder, HELL MILITIA, nicht so gefallen. Ja, der Gesang war richtig gut, aber irgendwas hat da nicht gepasst. Schlecht sind sie nicht, nur eben nicht meins oder nicht an diesem Abend. Ich werde auf jeden Fall mal ein wenig von ihnen aus der Konserve hören, vielleicht ändert sich dann meine Meinung.

    Der Abschluss mit DEPRESSIVE SILENCE fiel etwas aus dem Muster. Wo vorher fünf Bands ihr Möglichstes getan haben, sowohl durch die Musik als auch die Texte Wut und Hass auszudrücken, bekamen wir hier einen wirklich ruhigen Abschluss. Mit nur einer sporadisch eingesetzten Gitarre, zwei Keybords, einem Paar Kesselpauken, einem Gong und dem Sänger haben die fünf eine mystische Atmosphäre erschaffen, die man sich im Kulturhaus nur schwer vorstellen konnte. Am ehesten würde ich die Musik als Ambient bezeichnen, aber hört es euch selbst mal an oder besucht einen ihrer Auftritte.

    Fazit: Wie jedes Mal ein verdammt guter Abend. Die Auswahl der Bands war einmal mehr richtig stark, auch wenn ich sie eventuell anders platziert hätte. Aus der Location wurde wieder einmal das beste rausgeholt und die übliche Verspätung von einer Stunde wurde auch eingehalten. Ich habe jetzt schon Bock auf die Frühjahrsausgabe nächstes Jahr. Bis dahin könnt ihr ja mal hier in die Sechs Gruppen reinhören:

    Nekkromaniac:

    Mightiest:

    Werwolf:

    Blood Countess:

    Hell Militia:

    Depressive Silence:

  • Drunkelweizen mit Pioneers of Alcohol

    Drunkelweizen mit Pioneers of Alcohol

    Bandname und Albumtitel: Drunkelweizen mit Pioneers of Alcohol

    Genre: Folk Metal

    Veröffentlichungsdatum und Label: Das Album kam am sechsten September 2024 in Eigenregie raus.

    Sonstige Veröffentlichungen der Band: Vor diesem Langspieler haben sie eine Single veröffentlicht.

    Wie habe ich die Band kennengelernt: Das Album kam über das Metal Devastation Radio zu mir und der Name hat mich sofort neugierig gemacht. Also hören wir mal rein, was es so taugt.

    Wie finde ich die Scheibe: Es klingt interessant. Einerseits fast schon der stereotype alkoholische Folk Metal, aber statt sich an Piraten oder Wikingern abzuarbeiten, behandeln sie alle möglichen Themen, die sich irgendwie in Alkohol einlegen lassen. Zu dem üblichen Instrumenten kommt wohl noch ein Synthie, der historische Instrumente imitiert. Sie bleiben eher im unteren Mid-Tempo und mischen klaren Gesang mit harschen Vocals irgendwo zwischen Black und Death Metal.

    DRAINING THE CASK hat mir schon mal ganz gut gefallen. Nach einem, etwas zu langen, Intro geht es mit einem recht flotten Song mit einem schönen, stampfigen Refrain, los. Hier möchte man seine Trinkgefäße im Takt auf den Tisch schlagen und mit einstimmen.

    Von EIN FROSCH war ich zuerst etwas enttäuscht, da sie englisch gesungen haben, aber im zweiten Teil des Refrains haben sie sich wirklich an der deutschen Sprache versucht. Ja es klingt lustig, aber der Versuch freut mich wirklich.

    Fazit: Ein brauchbares Album, das dazu einlädt sich ein Getränk seiner Wahl zu schnappen und aus voller Kehle mitzusingen. Wer also etwas für seine nächste Party braucht, der ist hiermit gut beraten:

  • Brainsore mit The Grip of the naked Mind

    Brainsore mit The Grip of the naked Mind

    Bandname und Albumtitel: Brainsore mit The Grip of the naked Mind

    Genre: Grindcore/Death Metal

    Veröffentlichungsdatum und Label: Es kam am zweiten August 2024 über Time to Kill Records.

    Sonstige Veröffentlichungen der Band: Bisher gibt es nur dieses Album und zwei Singleauskopplungen daraus.

    Wie habe ich die Band kennengelernt: Natürlich, eine italienische Band und als Label Time to Kill Records, das hier muss mir Anubi-Press geschickt haben. Es ist immer spannend, was darüber zu mir kommt, also hören wir mal rein:

    Wie finde ich die Scheibe: Nicht schlecht, aber irgendetwas fehlt hier. Für guten Death Metal sind sie zu chaotisch, aber zu technisch für Grindcore. Sie versuchen beides zu verbinden, aber es scheint nicht so ganz zu klappen. Ja der Gesang taugt wirklich was, das Schlagzeug wird gnadenlos malträtiert und die Klampfe setzt zu Höchstleistungen an, aber bei mir springt der funke nicht über. Dafür nehme ich ihnen die Wut, die aus jedem ihrer Song spricht, oder eher schreit, ab.

    MOUNT ASHES, eine der beiden Singleauskopplungen, gefällt mir noch am besten. Hier bleiben sie am ehesten einem Genre treu, statt sich an einem Mix zweier, wenn auch verwandter, Genres zu versuchen. Es wird in den zwei Minuten, die das Lied dauert, alles gesagt, was hier gesagt werden muss, dazu wird an den Instrumenten alles gegeben.

    Fazit: Hier hoffe ich wirklich, dass sie mit der Zeit ihren Stil finden, denn Potential ist definitiv vorhanden. Auf jeden Fall etwas, für alle die nach jungen, wütenden Bands suchen. Also hört mal hier rein:

  • Sepulchre by the Sea mit Seven Chambers

    Sepulchre by the Sea mit Seven Chambers

    Bandname und Albumtitel: Sepulchre by the Sea mit Seven Chambers

    Genre: Atmospheric Black Metal

    Veröffentlichungsdatum und Label: Das Album kam am zweiten August 2024 in Eigenregie raus.

    Sonstige Veröffentlichungen der Band: Nach einem Demo und einer EP ist es nun das zweite Album dieses Soloprojektes.

    Wie habe ich die Band kennengelernt: Hier bin ich gerade ziemlich am fluchen. Normal ziehe ich Veröffentlichungen, die mir die Band persönlich geschickt hat vor, aber dieses Album ist mir leider durchgerutscht. Also, wenn auch verspätet, lasst uns reinhören:

    Wie finde ich die Scheibe: Wie bei dem Genre zu erwarten ist es eher gemäßigt und verträumt. Teilweise wird es fast schon melodisch, hat aber au h seine heftigeren Momente. Das Riffing klingt nicht schlecht, während das Schlagzeug sich immer der Stimmung anpasst, genau wie der Gesang. Letzterer ist mal tief im Black Metal verwurzelt, nur um dann zu klagen Stimmlagen oder Geflüstert zu wechseln. Da dieses Album sich einer einzigen Kurzgeschichte von Edgar Allan Poe widmet, werde ich hier auch keinen Favoriten auswählen, sondern empfehle euch das Album als ganzes zu hören.

    Fazit: Hier und da gibt es einige Längen, doch das sei an dieser Stelle verziehen. Ganz klar eine Empfehlung an die Literaturliebhaber und Freunde des atmosphärischen Schwarzmetalls unter meinen Lesern. Ich rate an, es an einem verregneten Herbsttag mit einem guten Whiskey oder Tee zu hören, so wie ich am liebsten Poes Werke genieße. Bis dahin, hier könnt ihr reinhören:

  • Eisregen mit Abart

    Eisregen mit Abart

    Bandname und Albumtitel: Eisregen mit Abart

    Genre: Dark Metal

    Veröffentlichungsdatum und Label: Das Album kam am 16. August 2024 über Massacre Records raus.

    Sonstige Veröffentlichungen der Band: Es ist ihr 16. Album, dazu kommen noch acht EP’s, sieben Singles, drei Compilations und Demos und je ein Live-Album und ein Video. Einen genauen Überblick findet ihr hier.

    Wie habe ich die Band kennengelernt: Über meine damalige Freundin und seither haben sie einen wichtigen Platz in meinem Leben eingenommen. Jedes Album hatte ich zu Release seit damals und oft habe ich ihre Konzerte besucht. Doch dieses Mal war ich nicht so auf das neue Album angefixt. Trotzdem sehen wir mal, was es so taugt:

    Wie finde ich die Scheibe: Auch hier habe ich wieder die Box bestellt und im Vergleich zur letzten ist hier der Inhalt eher enttäuschend. Statt etwas coolem, wie dem Handtuch beim Vorgängeralbum, gab es hier nur eine Flagge. Dazu noch zwei Postkarten und ein Schlüsselanhänger. Das ganze war in die schon Eisregentypischen Pappkisten gepackt. Das Album, samt Bonus-CD kam in einem Pappschuber.

    Hier und da hört man aus der Musik den alten Stil heraus, wenn sie Keyboard und Geige verwenden. Sonst verfolgen sie ihren Stil wie gewohnt weiter. Mal eher ruhige Lieder mit klarem Gesang, dicht gefolgt von Stücken die keine Kompromisse machen und mit gutturalem Gesang aufwarten. Aber wirklich etwas neues haben sie nicht. Selbst die Passagen, die an ihr Frühwerk erinnern, wirken eher wie Fanservice.

    Zum Beispiel das Lied LEBENDKÖDER klingt verdammt nach dem Eisenkreuzkrieger. Es ist nicht schlecht, aber hier wird einem der Fanservice etwas zu sehr ins Gesicht gedrückt.

    So wirklich gefällt mir nur HINTERLAND, da sie hier auf vernünftige Art und Weise den älteren, härteren Stil mit dem neueren Humor verbinden. Ja ich klinge wie einer der Alten Säcke, die der Meinung sind, dass nur die ersten Alben einer Band etwas taugen, aber dem Album kann ich im Ganzen nicht so viel abgewinnen. Und dieses Lied ist ein Beweis dafür, es ist nicht schlecht, es wird vielleicht auch dauerhaft in meiner Rotation sein, aber es wird wohl öfter übersprungen als andere von den Meistern des Todes.

    Auf der Bonus CD haben sie sich auch zwei Klassikern gewidmet, einmal feiern sie die Wiederauferstehung der Elektrohexe, dann wird noch deren russische Schwester, die ELEKTRO BABA YAGA gefeiert und die 1000 TOTEN NUTTEN bekommen eine neue Version. Aber widmen wir und der BABA YAGA. Bei diesem Lied wird ein russisches Lied mitverwurstet, an und für sich ist es auch nicht schlecht, auch wenn man den Eindruck hat, dass sie sich bei dem Komikerimmitator Mario Barth haben inspirieren lassen. Wie das zur Selbstbeschreibung als „Abseits vom Mainstream“ passt, dürfen mir die Blutkehle und Yantit gerne mal bei einem Bier erklären.

    Fazit: Nicht so wirklich das grüne vom Ei. Sie haben auch in den letzten Jahren wesentlich besser abgeliefert. Aber wenigstens gibt es von ihnen neue Musik. Vielleicht braucht der eine oder andere Titel einfach etwas mehr Zeit. Bis dahin, geht mal ins Hinterland zum Grillfest:

  • Immortal Sÿnn mit Hellspawn

    Immortal Sÿnn mit Hellspawn

    Bandname und Albumtitel: Immortal Sÿnn mit Hellspawn

    Genre: Heavy Metal

    Veröffentlichungsdatum und Label: Diesen Extendedplayer haben sie am 23. August 2024 über Heavy Metal Records raus gebracht.

    Sonstige Veröffentlichungen der Band: Zwar gibt es die Band seit 2004, aber veröffentlicht haben sie erst seit 2015. Dafür haben sie alles rausgehauen, was ihnen durch die Hirnwindungen ging: 20 Singles, vier Compilations und zwei Alben. Dazu noch drei EP’s, von denen dies die neueste ist.

    Wie habe ich die Band kennengelernt: Das Metal Devastation Radio hat mir diese EP zukommen und da das ein halbes Jahr her ist, musste ich erst einmal nachforschen, wo die fünf Songs herkommen. Aber nun ist alles klar und wir können reinhören.

    Wie finde ich die Scheibe: Ziemlich generischen US Heavy Metal, an der Grenze zum Glam bekommen wir hier geboten. Zum Glück haben sie nirgends rosa Spandex an, jedenfalls nicht auf den Bildern die ich gesehen habe. Darum geht es hier aber nicht, sondern um die Musik. Da wird man ziemlich an die späten 79er und die 80er erinnert, sowohl was die Songstrukturen als auch die Spiel- und Gesangsweise angeht. Nicht falsch verstehen, es klingt trotzdem gut. Eine Verneinung vor der Musik dieser Zeit, würde ich sagen. Immer wieder schraubt sich der Gesang zu Höhen, die Glas zerspringen lassen können, kommt aber immer wieder knurrig daher. Also es wird alles geboten, was man auf den alten Platten so zu hören bekommt.

    Der Opener, ZWISCHENZUG, gefällt mir am besten. In diesem Song zeigen sie wirklich Eier und klingen ziemlich angepisst. Sowohl der Gesang klingt wütend und eher kernig, als auch das Riffing. Beides transportiert eine Menge Wut.

    Fazit: Ganz anständig die EP, die könnte man sich wirklich mal zulegen, jedenfalls wenn es sie in physischer Form gäbe. Aber entscheidet selbst und hört hier einmal rein:


Full Metal Mayhem

Reviews und anderes zum musikgewordenen Wahnsinn, auch als Metal bekannt